Abfahrt 13:15h: A-96 München - Lindau, Friedrichshafen,
Schwarzwald, Freiburg, Mühlhausen, Beaume les Dames.
Die Campingplätze sind fast alle geschlossen. Am Flusshafen der
Doubbs (Baume-les-Dames, Quai du Canal/D277) gibt es einen Wohnmobilstellplatz, ganzjährig geöffnet, 8 €
pro Nacht.
Auspuffrohr durchgerostet, mit
Edelstahlschlauchschelle hochgebunden. Am Ortsausgang von Besancon
Richtung Dole im Einkaufszentrum Chateaufarine gibt es VW-Händler
und Werkstatt. Da nicht alle Teile vorrätig sind, würde es einen Tag
dauern. Laut Aussage keine Gefahr, dass er ganz abreißt, daher
fahren wir weiter. Abfahrt Besancon 12:30h.
Über Beaune, Moulins, Brive, N-102 nach Cajarc.
Gegen 19:30h erreichen wir die
Domaine de Gayfié
und beziehen das Haus 18. Es liegt etwas weiter hinten, nah an 19
und 17. Da außer ein paar russischen Tauchern keine anderen Gäste
hier sind, stört unser Kompressor gar nicht (steht im Bad unten).
Carport vor dem Eingang, große überdachte Veranda. Großer Wohnraum
mit gut ausgestatteter Küche - Gas+E-Herd, Backofen, Mikrowelle,
Spülmaschine, Kühlschrank, Küchenarbeitstisch, Essecke mit Bank und
Esstisch, Ledersofa und LED-Fernseher und Satellit. Unten Schlafraum
mit Doppelbett, Bad mit Badewanne und Waschmaschine - gut geeignet
als Kompressorraum. Treppe hoch ins offene "Juhe" mit Doppelbett und
kleinem Bad mit Dusche - recht gemütlich.
Gegen 12:15h verlassen wir die Domaine und fahren zum Intermarche´ in Cajarc - für einen allerersten Einkauf. Anschließend geht's nach Marcilhac zur Ressel.
Inzwischen sind richtige Parkmarkierungen auf der Straße eingezeichnet für 6 Autos. J.P. ist mit einem Kurs GUE-NL vor Ort. Peter und Jolanda - schon bekannte Gesichter - aus NL in Belgien wohnend treffen wir auch. Anschließend kommen noch 3 PKW mit CCR-Tauchern aus Italien und später kommen noch die Russen, die teilweise in Deutschland leben (AC) und im Haus 16 in der Domaine praktisch unsere Nachbarn sind.
Mit kleiner Standardausrüstung - D10 Luft + EAN 40 Stage machen wir uns auf den Weg zur Wiedereingewöhnung. Die Cele hat viel Wasser und ist klar aber rostrot. Am Eingang vor der Höhle ist es klar, auf den ersten 50m in die Höhle rein doch wahrscheinlich durch Schulung recht aufgewühlt. Ab dem großen Block mit dem dunklen Schieferinlett wird die Sicht besser und bei 190m am 1.T richtig gut (10-15m). Wir nehmen den tiefen Gang. Hinter uns schöne Lichtspiele - 4 HID-Lampen der Italiener. Wir gehen an den Rand und lassen sie vorbei - die haben's eiliger. Nach dem 2.T bei 350m noch ein paar 10m bis zum langgezogenen Schacht. Bei super Sicht schweben wir über dem Abbruch, gehen dann aber nicht mehr runter. Für den ersten Höhlen-TG des Jahres reicht es. Ein kurze Verbindungsleine die oben rüber zum flachen Gang führt ignorieren wir und schwimmen zum 2. T zurück. Langsam hoch und in einer Loop den flachen, aber etwas längeren Weg zurück. Nach 70 Minuten sind wir wieder im Tageslicht.
Noch kurz Kaffee am Parkplatz im Schatten unseren Busses - die Sonnen brennt immer noch ziemlich herunter. Gegen 18:15h brechen wir auf nach Figeac zum Supermarkt Carrefour. Die Tankstelle ist die billigste die uns bislang unterkam, der Markt ist groß, hat aber nicht die beste Auswahl und Wurst und Käse war schon geschlossen weil sie 19:00h Feierabend haben.
Zum Abendessen um 21:00h gibt es Kartoffel, Wurst und Käse.
Um 11:00h geht's wieder los, erneut zur Ressel. Joland und Peter sind auch schon da. Und noch zwei Niederländer - Andrea und Tschierba (?) - sie gegeben uns interessante Informationen zu Tulum, Mexiko und den Cenoten.
Die Sonne sticht wieder herunter und der Schweiß rinnt als wir Stages und Scooter zum Einstieg tragen. Heute sind wir motorisiert unterwegs. In hohem Tempo geht's die Strecke - 1.T, tiefer Gang, 2.T, den Schacht runter und bis zum Beginn der 1.Halle bei 450m. Kaum 20 Minuten haben wir dafür gebraucht. Die Sicht ist hervorragend und wir hängen bei 3x an der Hallendecke und leuchten runter. Ohne TX ist aber hier Schluss und Monis Arm ist auch schon patschnass. Also Trigger voll auf und zurück. Nach 50 Minuten sind wir wieder im Flussbett und rauschen zum Ausstieg.
Zurück in der Domaine haben wir noch Bastelstunde mit Paul. Er hat den Auspuff super hinbekommen und wir bauen ihn wieder ein - der Bus schnurrt ruhig wie ein Kätzchen.
Wieder mit D10 + Stage + Scooter - dieselbe Route: 1.T. rechts tiefen Gang hinter, die Sicht etwas schlechter aber immer noch gut und im Schacht und der 1. Halle sehr gut. Vor dem Schacht legen wir die Scooter ab und schwimmen den Rest. Heute ein Stück die Halle runter - freie Sicht in alle Richtungen. Zurück den flachen Gang und dann im Hauptgang eng an der Leine durch die schmalen Schliefe - alles zum Üben. Dann noch ein paar Mal gewendet und gerundet und nach 70 Minuten ist Schicht im Schacht.
Monis Halsmanschette - vor dem TG eingerissen und mit
Radflickzeug geklebt - hat gut gehalten.
Mit Kaffee und Kuchen beschließen wir den Nachmittag. Mittlerweile
ist Max und seine Russentruppe von Haus 16 angekommen. Sie erzählen
von guten Bedingungen in der Landenouse - mal sehen.
Gegen 12:00h erreichen wir den Parkplatz nahe der Grotte. 4 DIRler mit 2 Fahrzeugen aus NL sind da, auch schon bekannte Gesichter. Wir stärken uns mit Baguette und Käse und machen uns fertig.
Doppel-10 auf dem Buckel und EAN-40 in der Stage - und schon geht's ab. Der steile niedrige Abstieg (1,5m hoch, ca. 5m breit) führt sofort auf 30m Tiefe. Ganz langsam schweben wir hinunter. Die Sicht ist gut, und wir tun das unsere, dass es so bleibt. Im Steilhang kommen uns die NLer entgegen. Erst 2 mit D12, 2 Stages und Scooter, dann die beiden anderen, die zwei kürzere TG gemacht haben. In der Talsohle weitet sich der Gang und steigt stetig wieder an. Die Wände sind schwarz, schroff und stark zerklüftet, der Boden mit Lehm und Sand bedeckt. Sichtweiten von 5-10m sind für diese Höhle wohl recht gut. Bei 250m kommt ein T-Abzweig mit einer Steigleine senkrecht noch oben - wahrscheinlich eine Kammer über dem Hauptgang. Langsam weiter 300, 350m - es wird immer flacher. Dann bei exakt 400m kommt der kleine See mit Auftauchstelle. Kegelförmig hebt sich die Höhlendecke mehr als 10m nach oben. Rechts ist ein steiler Lehmhang, links geht die Führungsleine in eine Engstelle. Kurz umsehen und einen vorsichtigen Atemzug. Die Luft riecht und schmeckt frisch, möglicherweise gibt es eine Luftzufuhr aber vorsichtshalber nehmen wir den Automaten gleich wieder in der Mund. Die Uhr zeigt 50 Minuten und das Fini mahnt zum Umdrehen. So schwimmen wir wieder zurück. Bei der 120m Markierung, gerade vor es wieder auf Tiefen >20m geht wechseln wir auf Nitrox. Da mich die Dekozeit interessiert lasse ich den Computer auf Luft, das Ergebnis - praktisch keine Strafminuten.
Wir treiben im Steilhang zentimeterweise hoch und genießen die langsame Liftfahrt. Im Quelltopf auf 8 - 5m stoppen wir für ein paar Minuten und sehen den Barschen zu - oben regnet es eh, wir versäumen nichts. Nach 85 Minuten durchbrechen wir den, von großen Regentropfen verunstalteten Wasserspiegel.
Kaffee und Kuchen gibt's heute im geschlossenen Bus. Auf der Rückfahrt besuchen wir den großen Leclerce-Supermarkt beim Kreisverkehr in Gramat. Als wir wieder heraus kommen, hat es aufgehört zu regnen - leider hält das nicht an und auf der Heimfahrt regnet es dann wieder stärker… Schade, dass das schöne Wetter der ersten Tage nicht länger gehalten hat!
An Tauchplatz sind noch J.P und sein Kurs GUE-NL, eine französische Höhlentauchschule und zwei Einheimische mit schwerstem Gerät 4-5 Stages, CCR, kurzen dicken Scootern und filmreifer HID-Lichtorgel. Sie veranstalten im Eingang riesige Dreckwolke. Max und seine Russen kommen auch noch - im Eingangsbereich touch-contact üben.
Gegen 14:30h lassen wir unsere Zugmaschinen zu Wasser und brausen zum Schlund der Höhle. Ein paar Meter bei schlechter Sicht mit Flossenantrieb, dann bei 50m umschalten auf Motorkraft. Die aufmontierte HID-Lampe und Kamera bremsen und erschweren das Handling. Nach dem 1.T wird die Sicht wieder sehr gut. Ich schalte auf Video und filme die Passage. Schnell geht es zum 2.T, dann zum Schacht. Moni legt den Scooter ab, ich fahre im Fußbetrieb wegen der Kamera weiter. Langsam sinken wir den langen Kamin hinunter. Unten noch 50m dann sind wir am Eingang zur Halle. Wir wechseln auf Trimix, auch ich parke mein Fahrzeug. Im glasklaren Wasser fliegen wir durchs Nichts hinab. Den Gang auf 46m noch ein Stück hinter, die Uhr läuft unerbittlich und zählt die Strafminuten.
Umdrehen, zurück und die Halle wieder rauf. Scooter aufnehmen, die HID-Lampe ist inzwischen ausgefallen und so wird der Rückweg nur mit spärlicher Beleuchtung dokumentiert. Nachdem auch Moni wieder ihr Fahrzeug aufgenommen hat gleiten wir schon am 2.T nach oben in den flachen Gang. Hier erfolgt der Wechsel zurück aufs Rückengerät. Mittlerweilen haben sich gut 30 Minuten Deko angesammelt.
In schnellem Flug den flachen Gang entlang, in einem Satz um die Kurve und vor zum 1.T, mit langgezogener Steilkurve in den Haupttrakt und Richtung Ausgang. Der ist mittlerweile so verdreckt, dass man meinen könnte es ist schon Nacht draußen.
Die restliche Deko sitzen wir bei <1m Sicht im Topf ab. Es kommen immer wieder einzelne Taucher vorbei. Ein paar Fische leisten uns Gesellschaft und so wird es nicht langweilig. An der Oberfläche ist der eisige Wind etwas lauer geworden und die Sonne sendet einzelne wärmende Strahlen.
Auf der Rückfahrt zur Domaine besuchen wir die Landenouse. Der Wasserstand ist recht niedrig - 1,5m der unteren Leiter sind frei, die gelbe alte Steighilfe endet über dem Wasserspiegel.
Nach 1:20h haben wir die 65 km geschafft und kommen
zur Lichtung mit dem Eisentor.
Doch was ist das, die ganze Wiese voll geparkt, überall Taucher!
Komisch, alle mit Nassanzug und Monoflaschen, viele Kinder und
Jugendliche. Wir gehen erst mal zu Fuß zum Quellsee runter. Auch
dort unter den Bäumen, alles voller Isomatten, Tauchtaschen, Kisten
- daneben viele zitternde Taucher. Wie sich rausstellt - Ausflug
eines Tauchclubs aus Brieve. Sie drehen ihre Runden im trüben
Waldsee und gucken nur von Ferne auf die Höhlenöffnung in 20m Tiefe.
Drei andere Franzosen aus der Normandie, offensichtlich besser gerüstet und willens auch tiefere Gefilde zu inspizieren haben inzwischen das Tor geöffnet, sind runter gefahren und breiten sich aus. Nichts wie hinterher.
Nach der üblichen kurzen Brotzeit, machen wir uns fertig. Neben D10 und einer halben Stage Tx-21/18 nehmen wir zur Vorsicht unseren Sauerstoff mit und deponieren in am Eingang auf 20m. Unter dem Überhang tummeln sich Schwärme mit hunderten kleiner Barsche. Das Wasser ist bewegt, viele Algen und Dreckt treiben umher. Die Sicht beträgt 2-3m. Auf dem Bauch über den Kies robbend schieben wir uns unter der Felsplatte beim Einstieg durch. Drinnen ebenso miese Sicht. Selbst in der Breite ist der Gang nicht erkennbar. Langsam schwimmen wir die leicht abfallende Röhre hinab. Bei 30m wechseln wir auf das Tiefengas. Bis 45m runter wird die Sicht minimal besser - vielleicht 3-5m. Die Gangformation ist interessant aber nur Bruchstückhaft erkennbar.
Nach 40 Minuten treten wir den Rückweg an. Der Computer zeigt uns 25 Minuten Deko. Wir atmen die Stage ziemlich leer, dann Gaswechsel zurück. Die leere Flasche hängt hoch und gibt Glockentöne an der Gangdecke, insbesondere im flachen Bereich beim Höhlenausgang. Zurück im Quellteich müssen wir uns noch für 20 Minuten die Zeit vertreiben - mit Leine legen und Fische kucken.
Der Wasserstand im Topf ist tief - ca. 1m über dem Eingang, das Wasser (noch) glasklar. Der Eingang ist sehr gut zu sehen - vielleicht 80cm flach und 2m breit. Vorsichtig ziehen wir die Flossen an, schon trüben Sedimentwolken das Becken. Heute mit leichter Ausrüstung (D10 / D7) und Fotoapparat. Vorsichtig auf den Bauch leichtes andengeln, schon bin ich drinnen. Das ist ja einfach denke ich, da kommt schon die 2. Engstelle. Mist das ist enger - nur mit leichten Schaben über den Kies, die Flasche an die Decke gedrückt robbe ich durch. Arme Moni hinter mir - die Sicht ist inzwischen nahe 0m. Aber nach Kurzem erschein erst der Lampenschein und dann die ganze Taucherin aus der Dreckwolke. Vor uns öffnen sich phantastische Sichtweiten - bestimmt 20-30m. Es ist schwer zu schätzen, denn die Höhle geht niemals 20m gerade. Wir folgen dem verwinkelten Gang. Auf, ab, links, rechts geht es. Löcher, Nischen, Kamine, tolle Felsformationen - und alles wie im leeren Raum, so klar ist das Wasser. Nach gut 20 Minuten erreichen wir bei 160m (?) Strecke die 1.Autauchstelle. Der Wasserspiegel ist knapp 1m unter der Kante. Es ist uns zu mühsam raus zu klettern und so bewundern wir die kleine Kuppel und den Gang, der zum 2. Sump führt.
Der Rückweg ist genauso schön, auch wenn uns nun minimal die selbst aufgewirbelten Schwebeteilchen die Klarheit zum Fotografieren etwas trüben. Am Ausgang ist es an der Decke schon wieder soweit klar, dass wir die Engstelle sehen können. Wieder robben und schaben, aber aufwärts geht es immer leichter. Dann sind wir wieder draußen. Super Höhle!
Zurück in der Domaine sind wir zum Abschieds-Abendessen bei Lilo und Paul eingeladen. Pauls Sohn Thoma mit Familie Helga, Tobias uns Anne sind auch da. Es gibt feinen Braten, Salate, Kartoffel und Nachspeiche. Nach einem netten Abend trollen wir in unser Nachtquartier.
Wir suchen das Lokal, in dem wir letztes mal ein sehr preisgünstiges und bodenständig - ehrliches Touristenmenü gegessen haben - aber wir finden es nicht (Dame Tartin, Rue Nicolas Rolin Nr. 3). Also entscheiden wir uns für das " L Air du temps " (3 Avenue de la République). Es macht gleich viel mehr her, als der einfache Familienbetrieb. Das Menü mit 3 Gängen zu 23€ kommt adrett und anspruchsvoll daher, hält aber nicht ganz was es verspricht. Fazit: Ok - nicht schlecht, aber mehr Schein als Sein.
Zurück am Campingplatz mummeln wir uns dick für die Nacht ein. Bei -4°C friert die Kondensluft innen an der Windschutzscheibe. Mit 3 Decken, Schisocken und Bettjacke überstehen wir die Nacht. Störend ist der Lärm von den Autobahnen, die ganze Zeit.
Weitere Bilder gibt's bei den anderen Berichten (Links siehe oben).